Abschlagszahlungen: das Geld muss fließen

Ein Zimmerer ist keine Bank, Vorleistungen müssen vergütet werden und zwar schnell. Das geht nur, wenn die Forderung nach einer Abschlagszahlung rechtssicher ist. Auf was es dabei ankommt, zeigt ein Interview mit Rechtsanwalt Wolfgang Reinders im DDH 12/18.



Baustellenstopp: Viel wirksamer als eine Mahnung, ist aber nur möglich, wenn Abschlagszahlungen im Vertrag vorgesehen sind.

Kurze Fristen: Die im VOB-Vertrag vorgesehenen Fristen von 3 Wochen sind zu lang. Wenn die Arbeiten schon über die erste Etappe hinaus fortgeschritten sind, wird man erpressbar. Ideal ist der BGB-Vertag, da ist die Abschlagszahlungsfrist null !

Einrüstung oder Materiallieferung: Seit 2018 können für Einrüstung, Abriss oder Materiallieferungen ebenfalls Abschlagszahlungen gestellt werden. Es kommt nicht mehr auf den Wertzuwachs beim Kunden an, sondern nur noch auf den Wert der erbrachten Leistung.

Pauschal a conto: Ist nur möglich, wenn die Leistungen durch eine Aufstellung nachgewiesen werden, und zwar so, dass eine rasche und sichere Beurteilung der Leistung möglich ist.

Mängel, die geltend gemacht werden: Wenn`s nur Spielchen sind, nicht beeindrucken lassen. Wenn etwas dran ist, schnell und konsequent nachbessern. Der Bauherr kann den geschätzten Aufwand für die Mängelbeseitigung mal zwei an der Abschlagszahlung zurückbehalten, der Rest aber ist sofort zu zahlen.

Das Wichtigste: keine faulen Kompromisse suchen und sich wider besseres Wissen selbst einzureden, die Sache kommt schon gut. Wenn das Geld nicht fristgerecht fließt, läuten die Alarmglocken und oft ist es besser, dann hart zu sein anstatt mit weiteren Arbeiten noch mehr zu riskieren.

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